Filmrestaurierung

ANALOG

Die Sicherung und Restaurierung der im Filmdepot Laxenburg unter optimalen Bedingungen aufbewahrten historischen Filmsammlung zählt zu den Kernaufgaben des Filmarchiv Austria. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Konservierung bzw. Umkopierung der Nitrofilmsammlung. Dabei werden die überlieferten Materialien zunächst mechanisch restauriert, unter Heranziehung aller verfügbaren Informationen analysiert, bewertet und filmografisch sowie technisch dokumentiert.
Bei der Restaurierung werden die in technischer und inhaltlicher Hinsicht oft stark differierenden Filmfassungen zusammengeführt. Man spricht in diesem Fall von einer »Rekonstruktion«. Nach der mechanischen Restaurierung wird das Nitrofilmmaterial im Kopierwerk auf Sicherheitsfilm, aktuell Polyesterfilm, umkopiert. Die analogen Sicherungsstücke gewährleisten eine optimale Haltbarkeitsprognose in Bezug auf die Langzeitarchivierung.


KONTAKT

Analog:
Dr. Nikolaus Wostry
n.wostry@filmarchiv.at
+43 (0)1 216 13 00 – 215

Digital:
Fumiko Tsuneishi, MA
f.tsuneishi@filmarchiv.at
+43 (0)1 216 13 00 – 250

DIGITAL

Das Projekt Digitale Filmrestaurierung wurde auf Initiative des Filmarchiv Austria von der Österreichischen Filmgalerie 2004 gestartet und in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum in Krems sowie in Laxenburg eingerichtet. Dieses strategische Leitprojekt ermöglicht die Sicherung des filmischen Erbes auf höchstem Niveau. Ein Herzstück der digitalen Filmrestaurierung sind die für Archivmaterial optimierten Film-Scanner zur Digitalisierung der Originalmaterialien in hoher Auflösung (bis 6 K). Mit Spezialprogrammen zur elektronischen Bildbearbeitung werden die Filme Kader für Kader restauriert. Bei einem Spielfilm durchschnittlicher Länge erfolgt die Bearbeitung von zirka 130.000 einzelnen Filmkadern. Anschließend werden die digital restaurierten Daten wieder auf Film ausbelichtet.

 

Die integrierten Arbeitsabläufe ermöglichen die volle technisch-künstlerische Kontrolle und Qualitätssicherung des Restaurierungsprozesses. Das Filmarchiv verfügt damit über eine hauseigene Kompetenz, die das gesamte Spektrum gegenwärtiger Restaurierungsmethoden umfasst. Mit dieser Projektinfrastruktur werden jährlich zwischen 200 bis 250 Minuten herausragendes und auch besonders gefährdetes Archivmaterial digital restauriert und für die Öffentlichkeit erhalten.

FILMKOPIERWERKE

Filmkopierwerke zählten über 100 Jahre lang zur Basisinfrastruktur der Filmtechnik und Filmüberlieferung. Mit dem rapiden Medienwandel von analogen zu digitalen Technologien ist auch der klassische Markt für analoge Kopierwerke, die Herstellung von Filmkopien für die Kinos, verschwunden. Die letzten kommerziell betriebenen Kopierwerke in Österreich mussten 2015 (Listo Film) bzw. 2016 (Synchro Film) schließen. Nach wie vor bieten aber analoge Filmsicherungen die besten Haltbarkeitsprognosen zur Tradierung des filmischen Erbes in die Zukunft. Zudem besteht die Möglichkeit, digitale Produktionen, etwa mittels der Farbseparationsmethode (Auskopierung auf drei analoge Farbauszüge), in eine zuverlässige Langzeitarchivierung überzuführen. Das Filmarchiv Austria bemüht sich derzeit in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum und mit Unterstützung des Kulturministeriums, in Österreich wieder eine Infrastruktur für analoge Filmkopierung auf die Beine zu stellen, um das filmische Erbe des Landes wieder vor Ort im Originalformat sichern und umkopieren zu können.